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Samstag, 8. November 2003

Die Verbandsliga-Softballsaison 2003: Wallbreakers souverän zum dritten Titel, aber was bringt die Zukunft?

Allem voran erstmal das erfreulichste an der abgelaufenen Saison 2003: Die Softballerinnen der Wallbreakers haben ihren dritten Mitteldeutschen Meistertitel im dritten Jahr des Bestehens der Mitteldeutschen Liga Softball (MDLS) geholt.

Die reguläre Saison absolvierten die Leipzigerinnen mit acht Siegen und vier Niederlagen erneut recht souverän (2002: 9-1), wenngleich ihre härtesten Konkurrentinnen in der Drei-Team-Liga, die Dresden Lady Dragons (6-6), am Ende nur zwei Spiele hinter ihnen lagen. Die Erfurt Dark Angels gewannen zwar ein Spiel mehr als 2002, verpassten mit vier Siegen und acht Niederlagen jedoch erneut den Finaleinzug.

Dabei gewannen die Schützlinge von Coach Thomas Gebert gegen die Lady Dragons nur drei ihrer sechs Spiele, hingegen fünf von sechs gegen die Dark Angels.

In einem überzeugenden Finale schlugen die Leipzigerinnen am 13. September schließlich die ersatzgeschwächten Dresdnerinnen mit 13-6, wenngleich begünstigt durch sieben Errors der Lady Dragons, die zu neun Unearned Runs führten. Mit einer solideren Defense der Elbestädterinnen hätte dieses Spiel also auch einen anderen Sieger haben können.

So jedoch jubelten am Ende, wie schon in den beiden Jahren davor, die erfolgsverwöhnten Wallbreakers.

Wie realistisch jedoch ist dieses Bild? Wie konkurrenzfähig ist das Softballteam der Leipziger wirklich? Wie wird sich die Zukunft darstellen? In welcher Liga?

Dazu später. Da es sich bei diesem Artikel in erster Linie um einen Rückblick handeln soll, werden zunächst die Leistungen des Teams bzw. dessen Spielerinnen in der gerade vergangenen Spielzeit die Hauptrolle spielen.

In dieser Hinsicht machen es uns Baseball und Softball recht einfach, denn meist (wenngleich eben nicht immer) reicht ein Blick auf die Statistiken aus, um die Performance einer Mannschaft oder eines Einzelnen zu bewerten.

Die Offense

Die Wallbreakers schlugen .379 als Team, Nummer eins der MDLS, Punkt.

Gut, das ist nicht verwunderlich, wenn man vier Spielerinnen in den Top Ten im Batting Average der Liga unterbringt, darunter mit Anne Dunkel (.654), Freya Moldt (.529) und Liane Rast (.520) die ersten drei. Nummer vier war Sandra Bieberbach, mit einem Schlagdurchschnitt von .429 auf Rang sieben der MDLS. Moldt führte das Team und die Liga zudem in RBI mit 18 an.

 
Dunkel

Aber auch in der Abteilung Slugging lagen die Leipzigerinnen mit .482 vorn. Anne Dunkel stand auch hier ganz oben, mit einer Slugging Percentage von .923. Die war das Resultat von sieben Doubles bei insgesamt 17 Hits.

Wenngleich gekennzeichnet durch mehr Walks (131) als Hits (106), so führten die Wallbreakers auch in der On-Base Percentage, mit .578. Als beste Leipzigerin lag Dunkel (.750) hierbei hinter Erfurts Jana Rindfleisch (.774) auf Rang zwei.

Alles in allem also relativ souveräne Zahlen, die den Anspruch der Leipzigerinnen auf die beste Offense untermauern. Sicherlich haben vor allem die Dresdnerinnen ebenfalls gute Hitter in ihren Reihen, jedoch lieferten die Wallbreakers eine solidere Vorstellung über die gesamte Saison und (nahezu) die komplette Lineup ab.

Anne Dunkels Performance in der regulären Saison brachte der 19jährigen zudem den Titel des MVP (Most Valuable Player - Wertvollster Spieler) der Liga ein.

   
Räuber Werling

Apropos Lineup. Als Neulinge in der Schlagreihenfolge, wie auch auf dem Feld, präsentierten sich 2nd Baseman Franziska Räuber, 18, und die erst 17jährige Outfielderin Laura Werling in diesem Jahr zum ersten mal in Leipziger Uniform. Räuber schlug .125 (2 von 16) mit drei RBI in acht Spielen, Werling kam auf einen Schlagdurchschnitt von .143 (3 von 21) mit einem Double und immerhin acht RBI in neun Partien.

Der letztjährige Rookie of the Year, Franziska Hammann, entwickelte sich ebenfalls hervorragend. Sie kam am Ende auf einen Batting Average von .321 (9 von 28), mit einem Double und acht RBI in zehn Spielen. 2002 schlug sie noch .308 (4 von 13), mit einem Triple und drei RBI.

   
Rast A. Moldt

Speed doesn't slump, sagt der (Baseball-)Volksmund. Und so taten die Wallbreakers auf den Bases in diesem Jahr erneut das, was sie am besten können: ihre Schnelligkeit ausspielen. Mit 112 Stolen Bases als Team führten sie wieder die Liga an, mit einem gehörigen Abstand zu den zweitplatzierten Dresdnerinnen, die auf 71 "geklaute" Bases kamen.

Als erfolgreichste Baserunner zeichneten sich in dieser Saison 3rd Baseman Liane Rast mit 21 und Pitcherin Anna Moldt mit 19 Stolen Bases aus. Damit belegten sie auch die ersten beiden Plätze in der MDLS. Beide liefen auch die meisten Runs nach Hause, mit jeweils 29.

Aber die Offense macht ja nur einen (den geringeren) Teil des Spiels aus. Was in erster Linie stimmen muss, ist die Defense. Und da sah es nicht immer so souverän aus.

Die Defense

Die Verteidigung stellt nach wie vor (wie auch bei den Herren der ersten Baseballmannschaft) eine der am meisten zu verbessernden Bereiche im Spiel der Wallbreakers dar.

Zwar haben auch die anderen Teams der MDLS genügend Probleme mit ihrer Defense, aber das soll keine Entschuldigung für die eigenen Defizite sein. 65 Errors in zwölf Spielen sind die Ausbeute der Damen (gegenüber 100 der Herren in 24 Spielen). Macht im Schnitt 5,4 Fehler pro Spiel und insgesamt eine Fielding Percentage von .777 sowie (trotzdem noch) den zweiten Platz in der MDLS hinter den Dresden Lady Dragons (55 E, .821 FLD).

Mit neun Fehlern in 23 Chancen (Assists + Putouts + Errors) für eine .609 Fielding Percentage führte Outfielderin/1st Baseman Laura Werling dabei die unrühmliche Wertung an. Auf ebenfalls neun Errors, aber eine höhere Percentage kamen Infielderin Claudia Pupo (.775) und Catcherin Franziska Hammann (.791).

Im Gegensatz zu den Baseballern, die immerhin zwölf Spiele auf ihrem nach dem Hochwasser von 2002 arg in Mitleidenschaft gezogenen heimischem Boden ausgetragen hatten, mussten die Damen allerdings nur vier Partien auf dem nicht ganz einfachen Geläuf im Wallbreakers Ballpark absolvieren. Daher war der Platzfaktor nicht ganz so einflussreich wie bei den Herren.

Das Pitching

Der Team ERA der Wallbreakers lag mit 10.43 Earned Runs pro Spiel (hochgerechnet auf die sieben Innings eines Einzelspiels, nicht die fünf Innings eines Dreier-Spieltages) zwar unter denen der Lady Dragons (11.96) und der Dark Angels (16.18), jedoch fast vier Runs pro Spiel höher als 2002 (6.85). Das ist wohl ein Indikator für das Jahr für Jahr stärker werdende Hitting aller Mannschaften.

Als Anker des Leipziger Pitchings Staffs und dessen zuverlässigste Größe erwies sich in diesem Jahr erstmals Anna Moldt (5-3). Sie verrichtete die meiste Arbeit in der regulären Saison (36 Innings in neun Spielen), und führte mit ihrem ERA von 9.72 zudem die Liga an. Sie kam zwar auf 43 Strikeouts - mehr als doppelt so viele wie die zweitplatzierte Andrea Barth aus Dresden mit 20 K - für eine ausgezeichnete Strikeout-pro-Inning-Quote von 1.19, aber die ebenfalls ligaanführenden 75 Walks offenbarten nach wie vor Kontrollprobleme. Ihre Gegnerinnen schlugen .302 gegen sie, die zweitniedrigste Marke der Liga.

Moldt übernahm ihre Pflichten auch im Finale gegen die Dresden Lady Dragons, als Reliever für Katrin Voidel. Sie pitchte vier Innings für den Win, kassierte drei Earned Runs, gab zwei Hits ab, warf vier Strikeouts und walkte zwei Batter.

 
Voidel

Auf einen niedrigeren Opponent Batting Average (OBA) innerhalb der MDLS kam mit .294 lediglich Moldts Teamkollegin Anne Dunkel (1-1), die in diesem Jahr ihr Pitching-Debüt gab und in 11 1/3 Innings 24 Earned Runs zuließ, was einen ERA von 14.82 ergibt.

Katrin Voidel kehrte nach ihrer Knieoperation zum letzten Spieltag der regulären Saison am 24. August zurück. Sie kam deshalb vor dem Finale auch nur noch auf insgesamt 5 2/3 Innings, verteilt auf zwei Spiele. Das reichte ihr jedoch, um zu zeigen, dass sie noch nichts verlernt hatte. Sie gab nur vier Hits ab und ließ fünf Earned Runs zu.

Ihr wesentlich wichtigerer Auftritt folgte jedoch erst beim Finale. Sie startete das Spiel für die Wallbreakers und ließ über drei Innings lediglich zwei Hits und ebenso viele Earned Runs zu. Dazu kamen fünf Strikeouts und nur zwei Walks.

Fazit

So gewannen die Softballerinnen der Wallbreakers ihre dritte Meisterschaft im dritten Jahr des Bestehens der MDLS.

Die Frage ist also, wie repräsentativ ist diese Erfolgsserie? Schwer zu sagen, denn die Leipzigerinnen müssten ihr Talent endlich in einer größeren Liga unter Beweis stellen.

Dabei ist das Problem nicht mangelndes Potenzial der Konkurrenten innerhalb der MDLS, vielmehr fehlt es an einem konstant hohem Spielniveau. Von den zwölf Spielen der regulären Saison 2003 wurden nur vier mit einem Unterschied von zwei oder weniger Runs entschieden. Und nur eine dieser vier Partien - das 7-6 über die Lady Dragons am 24. August - war von einem durchweg hohen Niveau geprägt.

Also müssen die Wallbreakers viel öfter schwere und enge Spiele bestreiten, damit die Spielerinnen den Softballsport und die Feinheiten, die in hochklassigen Spielen zwischen Sieg und Niederlage entscheiden können, besser lernen. Warum zum Beispiel bunten lernen, wenn ich es im Spiel nie brauche? Diese und andere Fragen hätten viele Spielerinnen in den letzten Jahren stellen können, und ihr Coach hätte jedes Mal keine zufriedenstellende Antwort geben können.

So lange die Wallbreakers auf ihrem gegenwärtigen Spielniveau weiterhin gewinnen, so lange wird sich also auch nichts an der Spielkultur ändern. Deshalb ist der (geplante und inzwischen auch eingeleitete) Übertritt in die Verbandsliga Berlin-Brandenburg schon mal ein vielversprechender Schritt in die richtige Richtung.


 

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